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Digital Future Challenge: Bayreuther Studierende nehmen erfolgreich teil

von Felix Schmitz | 21. Juli 2021

Die Digital Future Challenge ist ein gemeinsames Projekt der Deloitte Stiftung und der Initiative D21, um die Verantwortung von Unternehmen und Konzernen im Hinblick auf die digitale Revolution, ihre Corporate Digital Responsibility (CDR), näher zu beleuchten. Die Digital Future Challenge fordert Studierende in ganz Deutschland dazu auf, Leitlinien und Eckpunkte für ein verantwortungsvolles Verhalten von Unternehmen in der digitalen Welt zu entwickeln und an konkreten Beispielen zu illustrieren. Im Rahmen der Challenge treten interdisziplinäre Projektteams gegeneinander an, um die besten, kreativsten und nachhaltigsten Ideen zu entwickeln. Eine hochkarätige Jury aus Politiker:innen, Führungskäften aus der Wirtschaft und Vertreter:innen der Zivilgesellschaft entscheidet, welche Projekte und Teams ausgezeichnet werden.

Das diesjährige Team der Universität Bayreuth, bestehend aus Leon Weiser, Eike Landwehr, Carl-Linus Deichert und Salim Ali von der ESB Reutlingen hat den Use Case der Bertelsmann-Stiftung bearbeitet. Dieser hatte zur Aufgabe, die inhaltlichen und methodischen Grundprinzipien eines neu zu gründenden virtuellen Think Tanks zu entwerfen, der auf internationaler Ebene mit neuen Formaten und digitalen Kommunikationsformen fähig ist, den Wandel der Gesellschaft hin zu mehr ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeit mit voranzutreiben.

Im Ausgangspunkt der Überlegung stand dabei die Frage, wie Digitalisierung sich entwicklungstheoretisch einordnen lässt. Sie schafft neue Strukturen. Strukturen bedingen Handlungsmöglichkeiten und -räume von Menschen. Das Ziel des Teams war es, Menschen zu befähigen, diese Strukturen durch die Vernetzung in einem digitalen Think Tank mitzugestalten. Demokratisierung durch Digitalisierung.

Gestaltung ist jedoch nur so gut wie der Diskurs, der ihr zugrunde liegt. Auf theoretischer Ebene knüpfte das Team daher an die Habermas‘sche Diskurs-Ethik an, auf praktischer Ebene an bestehende Methoden agilen Arbeitens im digitalen Raum.

Die erste Ausarbeitung der vier Studierenden überzeugte die Jury, sodass der Einzug ins Halbfinale am 25.06.2021 gelang. In diesem ging es darum, die eigene Idee zu erweitern und gemeinsam mit acht weiteren Mitbewerber:innen vor einer hochkarätigen Jury zu pitchen. Leider reichte es am Ende knapp nicht für den Einzug ins Finale, das Team beschrieb die Teilnahme jedoch durchweg als gute Erfahrung und Bereicherung zum bekannten Uni-Alltag. Das Thema CDR wird sie auch weiterhin beschäftigen, denn auch wenn diese Challenge vorbei ist, bleiben Gestaltungsfragen der Digitalisierung aktueller denn je.

Die konkrete Idee: Der Mensch als Teil seiner Umwelt, soll dazu befähigt werden, diese mitzugestalten. Innerhalb digitaler town-hall-meetings werden aktuelle Gestaltungsfragen zur digitalen Transformation auf zivilgesellschaftlicher Ebene diskutiert, um möglichst viele Perspektiven zu berücksichtigen. Während Netzwerkeffekte aus Unternehmenskooperationen die Teilnehmerzahlen bereichern, sorgen hohe usability der digitalen Infrastruktur und cross-channel-Ansätze sowie technischer Support für einen möglichst breiten Einbezug aller Bevölkerungsgruppen, ob digital native oder Digitalisierungs-Skeptiker:in. Schnelle und effektive Problemlösung werden dabei bereits durch die Struktur der Unternehmung und das Mindset der Mitarbeiter:innen vorgelebt. Das KI-gestützte Wissensmanagement fördert ein agiles und zielgerichtetes Sichern und Abrufen von Ideen. 

International und interdisziplinär ausgerichtete universals arbeiten gemeinsam an Arbeitspaketen, die in zeitzonenübergreifenden Workflows im Schicht-System strukturiert sind. So werden schon elementarste Bestandteile eines Projekts multiperspektivisch beleuchtet und rund um die Uhr bearbeitet. Die Abstimmung erfolgt laufend textbasiert und in arbeitszeitüberschneidenden Zeiträumen über Videokonferenzen. 

Durch engen Austausch mit Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis sollen schließlich neue Lösungen entstehen, in den sich die Interessen und Bedarfe möglichst vieler Akteur:innen wiederfinden.