Aktuelles

Veranstaltungen im Sommersemester 2015

von Friedemann Nierhaus | 15. Januar 2015 | News

Folgende Vorlesungen und Seminare werden im Bereich der Wirtschafts- und Unternehmensethik an der Universität Bayreuth im Sommersemester 2015 angeboten:

Wirtschafts- und Unternehmensethik (Vorlesung, Bereich V)
Prof. Dr. Dr. Alexander Brink

Die Vorlesung gibt eine Einführung in die Wirtschafts- und Unternehmensethik. In einem ersten Teil geht es um das grundsätzliche Verhältnis dieser beiden Disziplinen zueinander. Wirtschafts- und unternehmensethische Ansätze von Ulrich, Homann oder Wieland, aber auch angloamerikanische Konzepte von Donaldson/Dunfee, Bowie oder Solomon spannen den theoretischen Hintergrund auf. Die Veranstaltung setzt im zweiten Teil einen deutlichen Schwerpunkt auf die angewandte Managementethik, also auf die systematische Einbindung moralisch relevanter Elemente in die Unternehmensführung: Ethik- und Verhaltenskodizes, Compliance, Whistleblowing sowie Ethik-Trainings sind verbreitete Instrumente. Schließlich nehmen wir normative Strategiekonzepte kritisch in den Blick: Stakeholdermanagement, Corporate Social Responsibility, Corporate Citizenship oder Corporate Governance. Ergebnisse einer aktuellen P&E-Studie zur unternehmerischen Verantwortung runden die Veranstaltung ab.

“CSR@Daimler” (Seminar, Bereich V)
Prof. Dr. Dr. Alexander Brink, Dr. Wolfram Heger und Marc-André Bürgel
Fortführung des Seminars aus dem Wintersemester 14/15.

Der Think Tank widmet sich innovativen Ideen rundum das Thema Corporate Social Responsibility (CSR). Studierende bearbeiten in Projektgruppen Problemkomplexe, die sich für ein weltweit agierendes Unternehmen der Automobilbranche im Spannungsfeld von Wirtschaft und Gesellschaft zukünftig an der Schnittstelle von Philosophie und Ökonomie ergeben können. Die praxisnahen Ergebnisse werden in einer eigenen Buchreihe „Re•Think“ veröffentlicht. In den vergangenen Jahren gab es bereits Think Tanks mit Nokia, der Deutschen Bank, dem Internationalen Roten Kreuz (ICRC) und Blackberry. Der aktuelle Think Tank erstreckt sich über ein Jahr (WS 14/15 + SS 15) und erfolgt in Kooperation mit der Daimler AG.

Corporate Governance und Unternehmensethik (Blockseminar, Bereich V)
Prof. Dr. Dr. Alexander Brink

Corporate Governance bezeichnet die Führung, Steuerung und Corporate Governance bezeichnet die Führung, Steuerung und Aufsicht von Unternehmen. Ziel des Seminars ist eine kritische Auseinandersetzung mit ökonomischen, ethischen und unternehmensethischen Konzepten von Corporate Governance. Der governanceethische Ansatz von Josef Wieland steht dabei im Zentrum und wird vor dem Hintergrund anderer, vor allem institutionen- und diskursethischer Positionen konzeptionell weiterentwickelt. Praktische Implikationen wie z. B. die Auswirkungen auf den Deutschen Corporate Governance Kodex runden die Veranstaltung ab.

Führung und Strategie in der Wissensökonomie(Blockseminar, Bereich V)
Prof. Dr. Dr. Alexander Brink und Jürgen Fuchs

In einer Wissensgesellschaft ist Wissen die entscheidende Ressource. Mitarbeiter als Träger von Wissen haben einen besonderen Stellenwert. Was versteht man unter Wissensmanagement? Wie gehen Unternehmen mit der zunehmenden Fülle an Informationen um? Welche Funktion haben Hierarchien, Netze und soziale Medien? Wie ändern sich Führungsstile und Führungskonzepte? Leadership-Konzepte betrachten Führung eher als Dienstleistung und ermöglichen Mitarbeitern mehr Freiheit. Sie fordern aber auch mehr Verantwortung von den Beteiligten. Außerdem widmen wir uns dem Thema der diesjährigen Bayreuther Dialoge „Nutzen“.


Alexander Brink im Gespräch

von Friedemann Nierhaus | 11. Dezember 2014 | News

“Die Welt so schön lassen, wie sie ist” – in der Serie “Werte und Wirtschaft” der Frankenpost sprach Alexander Brink mit Michael Ertel:

Ist also die vielfache Wertebekundung oft nichts weiter als eine im Deckmantel sozialer und moralischer Verantwortung eingehüllte Imagewerbung? “Ja, leider. Definitiv”, entfährt es Brink. “Es gibt ein großes Delta zwischen dem, was Unternehmen versprechen, und dem, was sie liefern.” Sie hätten nicht verstanden, dass sie in jenem Augenblick, an dem sie Werte-Slogans “auf Internetseiten setzen oder in Hochglanzbroschüren packen, ein Versprechen an die Öffentlichkeit abgeben”. “Wenn sie glaubhaft bleiben wollen, werden sie diese künftig auch einhalten müssen.”

Doch als pauschalen Ruf in die Unternehmerwelt möchte Alexander Brink seine Kritik nicht verstanden wissen. Es gäbe Firmen, auch große Konzerne, die Kernwerte wie beispielsweise Menschlichkeit, Respekt, Gerechtigkeit und Ehrlichkeit in einen Verhaltens- und Ethikkodex gesetzt hätten. “Gerade vor dem Hintergrund des Krisenjahres 2008 haben sie ein moralisches Normengerüst installiert, an dem sich künftig alle im Unternehmen orientieren sollen.” Was da Siemens, Daimler oder Nokia machen, sei grundsätzlich ein positiver Ansatz – doch erneut schwingen skeptische Töne in den Worten des Wirtschaftsethikers mit: “Sie haben das Thema Werte in ihre Systeme und Prozesse eingebaut, aber sie haben es zu wenig auf die Personen ausgerichtet.”

Den gesamten Artikel finden Sie auf der Website der Frankenpost.

Auch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist ein Interview mit Alexander Brink erschienen, geführt von Sabine Strick:

Corporate Social Responsibillty, Nachhaltigkeitsberichte, Corporate Citizenship: Großkonzerne widmen sich öffentlichkeitswirksam dem Thema „unternehmerische Verantwortung”. Hat die Marketingabteilung ein neues Spielfeld für sich entdeckt, oder steckt da mehr dahinter?

Wir erleben einen ökonomischen Wandel. Unternehmerische Verantwortung wird heute differenzierter verstanden. Gesellschaftliches Engagement war früher für Unternehmen eine Art Add-on: In erster Linie wurde Geld verdient. Wenn welches übrig blieb, hat man sich damit gesellschaftlich engagiert. Heute geht es darum, die Auswirkungen auf Umwelt oder Gesellschaft schon im Fertigungsprozess frühzeitig mitzudenken. Die gesamte Wertschöpfungskette soll nachhaltig sein. Das ist im Übrigen nicht neu. Viele Familienunternehmen haben das immer schon gemacht. Allerdings dokumentieren und kommunizieren sie das kaum. Da sind Großkonzerne besser. Meiner Meinung nach sollten Familienunternehmen das unbedingt nachholen.