Forschungsschwerpunkte


Corporate Responsibility, Sustainability und Corporate Governance

Corporate Responsibility steht für verantwortliches unternehmerisches Handeln in den operativen und strategischen Kernprozessen des Unternehmens. Corporate Responsibility ist Teil der gesamten Wertschöpfungskette und wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen, die den Anforderungen ihrer Anspruchsgruppen im Hinblick auf verantwortliches Handeln gerecht werden wollen. Die ökonomischen, ökologischen und sozialen Auswirkungen (Sustainability) der eigenen Geschäftstätigkeit werden dabei ganzheitlich berücksichtigt. Die Corporate Governance verlagert sich damit von einer Shareholder- zu einer Stakeholderperspektive.

Shared Value, Kooperationsökonomie und Vierter Sektor

Die Ökonomisierung des Sozialen (im Nonprofit-Sektor) wie auch die Sozialisierung des Ökonomischen (im Profit-Sektor) stärken eine Kooperationsökonomie. In einer Kooperationsökonomik sind Organisationen dann erfolgreich, wenn sie im Wettbewerb stabile und vertrauensvolle Kooperationsbeziehungen eingehen. Im Fokus steht damit nicht mehr allein der ökonomische Erfolg, sondern auch der gesellschaftliche Mehrwert. Diese Shared-Value-Orientierung findet in einem neuen vierten Sektor statt.

Ehrbarer Kaufman und Familienunternehmen

Die Soziale Marktwirtschaft wird zu einem sehr großen Anteil von Familienunternehmen geprägt. In Familienunternehmen sind die Eigentums- und Leitungsrechte in der Person des Unternehmers oder der Unternehmerin bzw. deren Familie vereint. Die Familien haben ein starkes Interesse an einem generationenübergreifenden Fortbestand ihres Unternehmens. Werte der Familie sichern nicht nur den Einfluss der Familie auf das Unternehmen, sondern sind auch eine notwendige Bedingung dafür, dass der Fortbestand des Unternehmens gesichert ist. Einige Familienunternehmen beziehen sich daher explizit auf den Ehrbaren Kaufmann.

Versprechensbasierte Theorie der Unternehmung

In Anlehnung an den Coase Aufsatz zur Nature of the Firm wird eine Promise Based Theory of the Firm entwickelt. Versprechen dient als riskanter Absicherungsmechanismus legitimer Stakeholderansprüche. Es ist der Referenzpunkt für eine neue Theorie des Unternehmens. Ein solches Versprechen betrifft die Selbstbindung eines Akteurs (promisor) gegenüber einem Anderen (promisee), das in seinem moralischen Verpflichtungsgrad tiefer geht als der juristische Vertrag. Der Ansatz ist eine Weiterentwicklung der Governanceethik.