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Alexander Brink im Gespräch

von Friedemann Nierhaus | 11. Dezember 2014

“Die Welt so schön lassen, wie sie ist” – in der Serie “Werte und Wirtschaft” der Frankenpost sprach Alexander Brink mit Michael Ertel:

Ist also die vielfache Wertebekundung oft nichts weiter als eine im Deckmantel sozialer und moralischer Verantwortung eingehüllte Imagewerbung? “Ja, leider. Definitiv”, entfährt es Brink. “Es gibt ein großes Delta zwischen dem, was Unternehmen versprechen, und dem, was sie liefern.” Sie hätten nicht verstanden, dass sie in jenem Augenblick, an dem sie Werte-Slogans “auf Internetseiten setzen oder in Hochglanzbroschüren packen, ein Versprechen an die Öffentlichkeit abgeben”. “Wenn sie glaubhaft bleiben wollen, werden sie diese künftig auch einhalten müssen.”

Doch als pauschalen Ruf in die Unternehmerwelt möchte Alexander Brink seine Kritik nicht verstanden wissen. Es gäbe Firmen, auch große Konzerne, die Kernwerte wie beispielsweise Menschlichkeit, Respekt, Gerechtigkeit und Ehrlichkeit in einen Verhaltens- und Ethikkodex gesetzt hätten. “Gerade vor dem Hintergrund des Krisenjahres 2008 haben sie ein moralisches Normengerüst installiert, an dem sich künftig alle im Unternehmen orientieren sollen.” Was da Siemens, Daimler oder Nokia machen, sei grundsätzlich ein positiver Ansatz – doch erneut schwingen skeptische Töne in den Worten des Wirtschaftsethikers mit: “Sie haben das Thema Werte in ihre Systeme und Prozesse eingebaut, aber sie haben es zu wenig auf die Personen ausgerichtet.”

Den gesamten Artikel finden Sie auf der Website der Frankenpost.

Auch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist ein Interview mit Alexander Brink erschienen, geführt von Sabine Strick:

Corporate Social Responsibillty, Nachhaltigkeitsberichte, Corporate Citizenship: Großkonzerne widmen sich öffentlichkeitswirksam dem Thema „unternehmerische Verantwortung”. Hat die Marketingabteilung ein neues Spielfeld für sich entdeckt, oder steckt da mehr dahinter?

Wir erleben einen ökonomischen Wandel. Unternehmerische Verantwortung wird heute differenzierter verstanden. Gesellschaftliches Engagement war früher für Unternehmen eine Art Add-on: In erster Linie wurde Geld verdient. Wenn welches übrig blieb, hat man sich damit gesellschaftlich engagiert. Heute geht es darum, die Auswirkungen auf Umwelt oder Gesellschaft schon im Fertigungsprozess frühzeitig mitzudenken. Die gesamte Wertschöpfungskette soll nachhaltig sein. Das ist im Übrigen nicht neu. Viele Familienunternehmen haben das immer schon gemacht. Allerdings dokumentieren und kommunizieren sie das kaum. Da sind Großkonzerne besser. Meiner Meinung nach sollten Familienunternehmen das unbedingt nachholen.